Sonntag, 13. September 2009

2 Babys

Letzten Mittwoch wurden mir zwei Babys, ein Mädchen und ein Junge, geboren. Das mag jetzt für viele etwas überraschend kommen, aber glaubt mir – für mich genauso!

Und wie es so ist bei Erzählungen von Babys: Leicht banal, aber immer von Herzen kommend.

Der Junge heisst Gizmo (4,6kg), das Mädchen Tesla (3,3kg). Jeden Abend, wenn ich sie besuchen komme, vollziehen wir dasselbe Ritual. Ich öffne die Tür etwa 10 Zentimeter, drücke dann den in den Startlöchern zur grossen Entdeckungsreise bereiten Gizmo mit der Hand sanft aber bestimmt in die Wohnung zurück, zwänge mich durch den ebensobreiten Spalt und lasse dann die Tür mit einem saftigen Wumms zufallen. Erstes Aufatmen.

Dann werde ich bearbeitet: Lautestes Schnurren, insistierendes Um-die-Beine-Streichen und dieses kindliche Miauen, das Herzen zerbröseln lässt, den feinen entstehenden Staub zu einer wehrlosen Flüssigkeit zerstiebt. Ich habe auch schon einen Namen: Miiiiauaua, "Hand, die die Katzenfutterdosen öffnet, Beine, die die Hand zu ebendiesen bewegt."

Während der Raubtierfütterung bleiben mir knappe, ungestörte fünf Minuten, in denen ich die Wohnung lüfte, der Katzenflo das Katzenklo säubert und die Machete schleift, um sich in den Urwald zu stürzen. Urwald? denkt ihr euch – wo genau hütet er die Katzen? Caracas? Manaus? Nein.

Die Wohnung von Susi und Ralf beherbergt normalerweise auch 2 Biologen, mit der logisch folgenden Menge an Pflanzen (knapp 2000, gezählt ohne Schmarotzerpflanzen in den Baumwipfeln). Leicht eingeschüchtert betrete ich das volle Wohnzimmer aka Treibhaus aka Grüne Lunge der Ostschweiz. Die Spritzkanne in meiner rechten Hand schrumpft mit jedem Schritt, mit meiner linken vollziehe ich unbewusst Hackbewegungen, die Augen flitzen quer durchs Zimmer, Vogelspinnen, Pfeilgiftfrösche, Menschenfresser vom Stamm der Quaxixi!

Nach weiteren 15 Minuten zieht sich der Urwald gesättigt und getränkt ein Bisschen zurück und gibt den Blick auf ein Sofa frei, deren Knautschzone ich mich bald bemächtige. Es geht nie lange, da wird mein Gesicht von Gizmo abgeleckt – heute zum Beispiel dufte ich nach Eau de Thunfisch, während Tesla ihre Masseusenausbildung zur Perfektion bringt.

Teslas Massagekunst ist unerreicht und nur schon wegen der hervorgerufenen Lachkrämpfe ist es ein absolutes Muss, sie einmal dabei beobachtet zu haben. Erst stellt sie sich neben den Bauch des bald Beglückten, dann beginnt sie langsam, mit den Vorderbeinen zu kneten. Dies mit einem absolut seriösen Blick, mit dem sie den Massierten beobachtet. Immer links, rechts, richtig fest in den Bauch hinein. Nach etwa 2 Minuten wird es mir jeweils zu surreal und unwirklich, so dass ich lauthals zu lachen beginne, was leider der Massage Abbruch tut.

Nach einer halben Stunde bringe ich sie zu ihrem Katzenbaum, lösche das Licht und schliesse leise die Tür. Nachts wache ich einmal bisher auf: Sie haben herausgefunden, wie man die Fresspakete öffnet! Gizmo ist eine Pflanze auf den Kopf gefallen! Tesla hängt mit dem Hals im gekippten Fenster fest!

Es ist nicht einfach, Vater zu sein.

Aber ich mag es.

1 Kommentar:

niko hat gesagt…

oder auch http://icanhascheezburger.com/2009/09/13/funny-pictures-of-just-one/