Dienstag, 28. November 2006

Die kleinen Überraschungen des Alltags

Der neue James Bond: Schon in der Pause ertappe ich mich dabei, wie ich die langen Treppen zur Toilette in Gedanken weder aufrecht, noch galant, sondern per diverser Hechtrollen mit eingestreuten An-die-Wand-Drücker überwinde. Und ich bin nicht der Einzige - die anderen Männer ("Ha, Männer", so meine Gedanken) suchen alle ihre Brust möglichst in Himmelnähe zu rücken, was besonders in der ausgedehnten Schlange einen fast kunstvollen Eindruck machen muss. Einzig allein vor dem Pissoir versagt die Gedankenkraft. Sogar Bond wäre hier in der generellen Schleich- und Bewegungsfähigkeit eingeschränkt, wohl auch der Grund, weshalb solche Szenen nur gaanz selten in solchen Filmen zu erblicken sind. Ausser natürlich das weisse Porzellan wird mehr oder weniger elegant mit Bösewichten in Berührung gebracht.

Nach dem Ende des Films sind Flo und ich dann vollends aufgeplustert, und stürzen uns sogleich in den nächsten Zug, wo uns gleich 3 uniformierte Zugbegleiter erwarten. Lässig klappen wir quasi gleichzeitig unsere Portemonnaies auf und zeigen fliessender Bewegung unsere Abonnemente vor, um sie sogleich wieder verschwinden zu lassen, wobei ein "Bond. James Bond." nur knapp unterdrückt wird. Sie nicken und wenden sich ab.

Urplötzlich verfällt Flo wieder in den Flomodus, beugt sich leicht vor und meint recht laut "Ist das noch GÜÜÜÜLTIG?" Ein kurzer Blick auf mein Jahresbillet sagt mir, dass es angebracht ist, betreten auf die Füsse zu starren, ab und zu einen leicht gereizten Blick Richtung Flo zu werfen...
Wir haben uns glaub bis nach Hause tot gelacht :)

Jedenfalls: 1 Woche lang unentdeckt (unbemerkt, auch, geb ich zu) schwarz gefahren - ich denke, ein Anruf zwecks "Double 0" Status bei M ist fällig! ;)

Zusatz: Weitere 2 Tage ohne Ticket gefahren *g* (Hankes ändern sich nie)

Zusatz: Nein, 4.

Dienstag, 21. November 2006

Florian Sidler?

Ein kleiner Beitrag für meine ausländischen Leser und Leserinnen...
Bei meinem Rombesuch fällt mir im Kontakt mit anderen Völkern erneut auf wie bekannt gewisse Fakten zur Schweiz* sind:
1. Banken, Kühe, Käse, ja.
2. Frauenstimmrecht erst 1971, leider. **
Der obige Link zu Punkt 2 enthüllt - und ich schreibe dies schamerfüllt und gesenkten Hauptes, wenngleich dies die Tipparbeit ungemein erschwert - unangenehme Details der Historie: Keine der ersten Frauen, welche sich für das Recht einsetzten, mitreden zu dürfen, konnte die Früchte ihres Einsatzes geniessen. Verblüffend auch die Gründung des "Bundes der Schweizerinnen gegen das Frauenstimmrecht", 1959. Ein vergleichbares Beispiel wäre die Gründung des "Klubs der Kinder gegen Süssigkeiten aller Art, besonders Schokolade".
Umso schöner der vorliegende Gesetzesentwurf, dass von nun an die Mutter über den Nachnamen der Kinder entscheiden sollen :)
Tragischer Nebeneffekt: Die Vermählungschancen der Frau Luder sinken nun vermutlich drastisch...

Aber ja: Das Gesetz freut mich - und Nomen Non Olet. Oder so.

*d.h. nach einer längeren Erklärung und Vorweisen des Passes, dass es sich bei dem vor ihnen stehenden Spezimen tatsächlich nicht um einen Iraner/Griechen o.ä. handelt. (Ich beklage mich nicht - irgendwie trage ich sowieso dieses dräuende Gefühl mit mir herum, dass sich diese Tatsache im Iran mal als nützlich erweisen könnte ;) )

**und an diesem Punkt erntet man mitleidige Blicke jeglicher anwesender Frauen, die sich mit dem Gedanken trösten, dass es in der Schweiz genug Berghöhlen gibt, die einem "einig Volk" von Neanderthalern Unterschlupf bieten mögen.

Olé Olé Bar

Samantha Bieri
Nach einem Besuch im Riff Raff stolpern Samantha und ich ins Kühle Zürich, aus einem Film, der uns Beide merkwürdig unbeeindruckt lässt. Der Grund ist schnell gefunden: Die Nachwirkungen von "Science of Sleep" überdecken jegliche Freude auf Neues, bezaubernd wie er war.

Uns die Lippen kraus redend, erreichen wir schliesslich die Olé Olé Bar - eine Bar, die ich alleine nie lebend betreten hätte. Ich sinniere kurz darüber, dass sich auch mein lebloser Körper zur Verblüffung aller sich zum x-ten Mal in der Tür verkeilt hätte, nur die beharrlichsten Träger zum Erfolg führend. Hypothetisch gesprochen, sitze ich doch bald auf dem nächsten Barhocker, die skurrile Einrichtung betrachtend. Schweift mein Blick nach links, lacht, nein breitgrinst mir ein pausbäuchener Buddha engegen, der sich in Dollarscheinen suhlt und die Wärme zweier roter elektrischer Kerzen geniesst. Rechts, und bei nochmaligem Hinsehen entdecke ich etliche Wecker, Uhren und andere Implemente, deren einziger Zwecke es zu sein scheint, dem - ich wage mal zu behaupten an Zeit (mit der Zeit) tendenziell (immer) uninteressierte(re)n - Barreisenden seinen Chronologischen Zustand in Erinnerung zu rufen, wohin er sich auch dreht. Der Geist Zwinglis...? ("Labora et labora")

Doch bevor ich diesen Gedanken weiterzuspinnen vermag, steht schon der gute Bargeist Walti vor uns und - um es zusammenfassend zu sagen - zeigt uns an mehreren Beispielen die hohe Kunst des Verwöhnens. Kein noch so ausgefallener Wunsch Sams wird unerfüllt gelassen - wobei ich mich heute noch frage, ob Sam mit der *Heissen Schokolade mit Eiswürfeln* Waltis Geduld ausreizen wollte, welcher aber auch diese Anfrage dem hinter ihm schelmisch über die Schulter lachenden Buddha gleich lächelnd beantwortet.

Kurz nachdem wir die Band "The Voilas" zu einem Bier begrüssen, lüftet sich das Geheimnis um die omnipräsenten Uhren nicht mit einer den Kiefer um 10 cm senkenden Aussage, von fernem Gewitter untermalt, sondern - unüblich - einem Mark und Bein durchdringenden *RRRRRRRRRRONG*, das mindestens 1 Minute andauert. Nicht viel hätte gefehlt und ich hätte mich Deckung suchend unter den Tresen geworfen.

Unter dem amüsierten Blick des göttlichen Dickerchens verlassen wir das Nachtlokal als die restlichen 1000 Wecker losgehen, um die (nicht-mehr-existente) Polizeistunde einzuläuten...

Montag, 20. November 2006

Lückenbrücken

Zwar ist mir der reimende Cockney Slang bekannt, bei dem die "Keys" über den Reim mit "Macaroni & Cheese" schliesslich bei "I lost my macaronis." endet - und vielen anderen Beispielen.

... aaaaber heute im Tram, nach einer kleineren Wanderung mit Flo auf dem Pilatus, auf dem übrigens Pontius Pilatus höchstpersönlich seinen Frieden gefunden haben soll - gefällt mir weit besser, als sein mutmasslicher Selbstmord in Frankreich - höre ich die Worte "Sie kann Spanisch warm und kalt" auf Schweizerdeutsch. Häsch es pöggt? Ich rate: "fliessend kalt/warm(es Wasser)" -> Kann fliessend Spanisch.
Zwar musste ich kurz danach aussteigen und konnte die Sprachakrobatin nicht nach der tatsächlichen Bedeutung befragen, aber die Idee, bestimmte Adjektive mit der Redewendung oder Floskel zu ersetzen, in der sie vorkommen gefällt mir sehr :)

Andere Beispiele?

Samstag, 11. November 2006

Elfen

Heute werde ich im Tram völlig überraschend von einer sonst unscheinbaren Zahl überrascht, als der Tramchauffeur die Mitfahrer mit folgender (ulkig nasal vorgetragenen) Durchsage beglückt: "Eeeine Durchsaaage der Leitstelle: Meeeeine Damen und Herren, liiiebe Fahrgäste - es ist elf Uhr elf und elf Sekunden." Bleibt anzufügen, dass ich in der elften Reihe (wenn man den Chauffeur als Reihe zählt) des elfer Trams sass! :)
Nur zu schade, dass wir nicht noch gleich am 'Elfetiaplatz hätten sein können - ich denke, ich hätte mir gleich elf kleine Schokoladen gegönnt... Um danach wohl elf Stunden mit helftigen Bauchmerzen darniederzuliegen, "'elft mit, 'elft mir" stöhnend ;)

Ok, doof.

Sonntag, 5. November 2006

Rennen für Kinder


Heute erwache ich zu einem prächtigen Morgen und bin den letzten drei esswarengeschwängerten Tagen zum Trotz putzmunter. Der Grund: Der Sponsorenlauf 2006, diesmal für einen superguten Zweck, für den Kinderschutz Schweiz.
Dafür renne ich sehr, sehr gerne.
Das Rennen hat mich gleichzeitig auch mal wieder subtil daran erinnert, dass man in der Schweiz nie "den Fünfer und das Weggli*" haben kann, wie man hier so schön sagt. Je strahlender ein Zürcher Tag, desto beissender die Kälte. Aber um es positiv zu sehen: Besser als ein absolut bewölkter Tag, egal wie warm der dabei fallende Regen ist :)

Und die warme Dusche danach erst... Au ja.

Um den Tag nicht *zu* positiv durchzuführen, lasse ich mich noch von Andri und seiner Kölner Freundin Veena dazu überreden, den "Borat" Film zu sehen.
Wobei ich nachher erfahre, dass das eigentlich ausschliesslich seine Idee war. Ich bin immer beeindruckt, was wenige (nun, in diesem Fall chronische) gezielte Blicke/Blitze? einer Freundin anrichten können. Ich danke jedenfalls Veena für alle von Andris uns bezahlte Drinks - welche auch zwecks Vergessens bitterstens nötig waren ;)

*Brötchen, das aussieht wie ein Allerwertester. Die Aussage bezieht sich allerdings ausschliesslich auf das Brot an sich. Wobei ich momentan gerade zweifle. Hmmmm...

Dienstag, 10. Oktober 2006

Claudi in Zürich

Claudia Dahmen, Florian Hanke
Darüber könnte ich jetzt ganz viel schreiben - oder auch ganz wenig: Schön :)

Donnerstag, 21. September 2006

Ein erneutes Aufbäumen

(Ich schreibe diese Zeilen am Abend des 7. Nov)
Gerade eben bin ich nach einem angenehmen und überaus unterhaltsamen* Besuch im Kraftraum über die Schwelle des nahe gelegenen Cafés "Ricardo" getreten. Mit einem beschwingten Schritt und völlig unbedarft, wie sich bald herausstellt: Kaum landet mein linker (ein Omen, nichts weniger!) Fuss in dem lokal, breitet sich Stille aus, als hätte mein Absatz ein feines Gewebe aus Worten durchtrennt, das nach diesem groben Vergehen völlig verloren im Wind flattert, welcher sonst nur auf Friedhöfen des Mitternachts weht, um den Vergleich vollends jenseits jeglicher Limite zu drängen. Leicht beunruhigt lasse ich meinen Blick durchs Lokal schweifen, um ausschliesslich auf weibliche Augenpaare zu stossen - oder besser, selbigen auszuweichen. Angestrengt bemühe ich mein Grosshirn, was verkündete nochmals die morgendliche Zeitung? "Sex and the City Kinonacht: Freier Eintritt mit grosser Schuhlotterie!", "Brad Pitt zu Gast in Ricardos!"
Grübelnd lande ich - zugegebenermassen etwas erleichtert - vor dem Barkeeper, der mich mit müden, aber ausdrucksvollen Augen anzugähnen scheint. "Renn, solange Du kannst.". "Wie?", entgegne ich überrascht. "Was darfs denn sein?", wiederholt er, seine Augen stützen etliche in sauberen Reihen die Stirn zerfurchende Runzeln, welche auf die kleine spitze Nase herunterzufallen, vermutlich dabei alles ins Chaos zu stürzen drohen. Zur Beruhigung bestelle ich den verrücktesten Kaffee (Konkoktion?) auf der Karte, bei dem die auf dem Grund versenkte Pflaume noch die harmloseste Zutat darstellt. Nun, ich gebe zu: Ich hätte so oder so diesen Kaffee bestellt ;)

Du denkst nun sicher, ich würde völlig übertreiben. Mitnichten, mon frère. Vor etwas mehr als 2 Monaten, als ich gerade Rom meine Heimat nannte, begab sich Folgendes...
Mich schon bis aufs Blut als Römer fühlend, lehne ich mich an die Theke der nächsten Cafeteria, um lässig einen "Doppio Espresso" zu bestellen, die Betonung und etwas undeutliche Sprechweise der Römer perrrr-fekt nachzuahmen. Der Blick des Cameriere verrät mir folgend, dass ich dabei nur knapp an einer Beleidigung seiner Mutter und deren gesamten Verwandtschaft inklusive Vorfahren bis zirka Cäsar vorbeigeschrammt bin. Das Kaffeetässchen in der Hand begebe ich mich nach Draussen, wo rege Diskussionen an zwei fast voll besetzten Tischchen zum Verweilen einladen.
In vollster innerer Zufriedenheit setze ich mich und frage mich nur wenige Sekunden danach, ob ich mich zufälligerweise auf den Stuhl mit dem "Rege Unterhaltung: An/Aus" gesetzt habe. Ich blicke mich um - mehrere glühend kalte weibliche Blicke scheinen mein Gesicht nur knapp zu streifen. Mehrere aufeinandergepresste, besser: zusammengezurrte Lippenpaare unterstreichen die Situation fast überflüssigerweise. Natürlich gilt diese Kühle nicht mir, denke ich mir, als ich den wie üblich exzellenten** Espresso geniesse. Nach dem ersten Biss in eine jener übersüssen italienischen Backwaren bemerke ich allerdings, dass die anfänglich noch betäubend lärmige Strasse nicht mehr hörbar scheint. Ich drehe mich um, meine Aussicht zur Strasse wird allerdings von einem paar verschränkter Arme blockiert, welche auch dieses kribbelnd unangenehme Gefühl erklären, welche mir meine Nackenhaare schon länger zu erklären suchten.
Die folgenden Minuten sind schwer zu beschreiben und werden ausschliesslich von angestrengt nonchalant knapp an mir vorbeischauenden Damen und einem sich mit maximaler Lockerheit wappnenden Flöre (ich konnte es mir nur knapp unterdrücken, laut zu pfeifen, gebe ich zu) dominiert wird.
Erkenntnis des damaligen Tages: Das amerikanische (und leider von selbigen oft ignorierte) Sprichwort "When in Rome, do as the Romans do." muss wohl entstanden sein, als sich im zweiten Weltkrieg ein amerikanischer Soldat an den linken, anstatt den rechten Tisch gesetzt hatte...
:)

Mittlerweile habe ich die Pflaume erreicht und die Damen zeigen auch nicht mehr so offensichtlich per Zeigefinger auf mich.


*unterhaltsam daher, weil sich dort zu gewissen Zeiten die geballte, wundersame Pracht der menschlichen Genetik entfaltet.

**Definition Exzellenz: Das Gefühl, gelähmt in einem See erkühlten Schweisses zu liegen, die Herzfrequenz dreistellige Höhen zu erklimmen droht, während man gleichzeitig das Verb "Comporre" im Konjunktiv konjugiert. Compongonooo!

Freitag, 23. Juni 2006

RailsConf 2006

Von der 1. Internationalen Ruby on Rails Konferenz in Chicago... (Momentan versuche ich mich gerade zwischen verschiedenen Talks zu entscheiden - Seriosität "Writing good tests" oder Spass "This talk aims to be the loudest ever heard at a conference"? :) )

(Später mehr)

Mittwoch, 21. Juni 2006

Glückspilze fliegen Business Class

(Fülle es später noch ein)

Dienstag, 23. Mai 2006

A minha Veeeelooo



Staunend schreite ich die paradierenden Velos (gut deutsch: Fahrrad) ab, die im Migros (Einkaufskette) in Reih und Glied Spalier stehen. Ein paar Tage zuvor hat mich eine Kraft erfüllt, die jeden junge Mann im Frühling erfasst, wenn der Sommer quasi seinen Rocksaum ein, zwei Zentimeter zu heben beginnt (Sehr verfrüht, wie ich im Moment des Schreibens bemerken sollte): Ein Velo muss her!
Doch welches? Schon beim ersten Durchsehen fällt mir auf, dass Velos keineswegs nurmehr aus nur 2 Rädern, Rahmen, Lenker und Sattel bestehen. Nein - ohne ölgetriebene Hydraulikfederung oder einem gelunterstütztem Sportsattel geht der statusbewusste Zyklist nicht mehr aus dem Haus. Beim Durchlesen der Eigenschaften (à la "Unterwassermundgeklöppelte Titanfaserklebegummierung") erwarte ich jede Sekunde Elektrische Fensterheber o.ä.

Die Preise sind dementsprechend. Unter 1000 Euro wirds schwer. Ich würde eigentlich lieber weniger bezahlen, werden doch Velos in Zürich als Gemeinschaftsbesitz angesehen, der nur durch eine massive Stahlkette diesem Status enthoben wird ;)
Pflichtbewusst lasse ich mich vom jungen enthusiastischen Verkäufer durch die Reihe der Edelbikes führen - schliesslich die länger mit Horror erwartete Frage: "Wie ist denn ihr Preisrahmen?" Ich schlucke trocken, lehne mich leicht vor und raune ihm leicht errötend "300 Franken" (also 200 Euro) zu, der Absage harrend.
Doch weit gefehlt! Seine Augen leuchten auf, ebenso meine... Um die Geschichte abzukürzen: Ich bin seit kurzem stolzer Besitzer eines superkultigen M-Budget Velos :) (Siehe Bild)

Zürich, die Velostadt. Es ist mir, als würde ich in eine mir zuvor völlig unbekannte Welt eintauchen, die es zu entdecken gilt. Denn erst jetzt bemerke ich die ich üppiger Fülle (d.h. schon fast überfordernder Menge) angebrachten Velowegweiser, die mich mal hier- mal dorthin bringen. Mein Weg entspricht vermutlich etwa der Linie, die gebildet würde, würfe man eine gut durchgekochte Nudel auf eine 2 Meter entfernte Stadtkarte Zürichs. Aber wer will schon schnell von A nach B kommen und dabei den Genuss einer Velofahrt verkürzen? Ich nicht! Den Wind im Gesicht rausche ich an bunten Fussgängern vorbei, biete mir mit Tramfahrern wilde Rennen und lasse den errötenden Kopf eines wild hinter mir herpfeifenden Polizisten Staub schlucken...

Oh ja. Wahrlich, das Glück der Erde liegt auf dem Rücken eines Drahtesels.

Montag, 17. April 2006

Wiedergeburt / Ressurreição

Pünktlich zum Ostermontag :)
Ich werde versuchen, die geehrten Leser (es verbleiben vermutlich etwa 2) ab jetzt wieder mit Einträgen zu beglücken.
Um mein Portugiesisch zu polieren (und zur Erheiterung der KönnerInnen) werde ich es auch so oft wie möglich übersetzen.

Se mais famosos guris podem fazer esse truque quase dois mil anos atraz, o meu blog pode também *g* (Tenho que admitir que o papai do blog não é poderoso como o papai de guri famoso, mesmo quando tenta com muito vontade)
Se quier aprender Alemão com esse blog, tenho que dizer: Não faz, por favor - com a exceção de divertir os seus amigos alemãos. Tem um monte de razões, um desse é que não vou (sei!) traduzir minhas palavras alemãs exactamente - é mais uma tradução onde os mãos é pés são voando por o ar furiosamente - em vão. Talvez você vai também descobrir palavras ainda não descobriu em Português (por razão que as vezes vou introduzir construções horríveis eu mesmo) - mas é a história do Brasil, vastos áreas virgéms, com nativos selvagens, onde ninguém sabe que vai achar...

Freitag, 14. April 2006

O meu carro novo...

DSC00158.JPG

Leider kann ich keine Details dazu erzählen, aber als ich das hübsche Blau erblickte, den weitläufigen Innenraum betrat, und das süffige Schnurren des Motors erklang, pochte mein Herz wie wild. Die beiden Wasserwerfer und das Fassungsvermögen von 18'000 Litern überzeugten mich schliesslich vollends :)

Lamento, mas não posso contar detalhes. Quando o meus olhos encontraram o azul brillante, vi que posso trazer comigo quatros amigos, o meu coração bati furiosamente. Quando eu dei conta que o carro também podia trazer agua refrescante aos povos com problemas do calor no verão, comprei instantamente :)

Montag, 20. März 2006

Skiweekend


Das Ergon Skiweekend: Genial. Ich träume noch heute von den Schanzen, den steilen Abhängen, die ich im Easy Rider Stil hinuntergeglitten bin, als gäbe es kein Morgen, keine Beinbrüche und keine Zahlprothesen...

Donnerstag, 2. März 2006

Sprachliches...

Nachdem ich gestern von der netten Conçiergerie im blauen Hotel so viel Lob zur Sprache bekommen hatte, habe ich mich heute morgen auf den Rest der Belegschaft gestürzt, im übertragenen Sinn, latürnich. Das erste Opfer: Die Putzfrau. Kaum hat sie sich vom ersten Schock erholt, und mag sich mehr recht als schlecht an ihrem Mop festhalten, blabbere ich sie auch schon zu. Die Schulter ans Putzholz gelehnt, hört sie aufmerksam zu, nickt ab und zu, bis ich meine 3 Sätzchen (Wann und wo gibts Morgenessen, und putzen müssen sie mein Zimmer heute auch nicht usw.) fertiggeplappert habe.
Abrupt bringe ich meine flatternden Lippen zu einem Stop. Ist es nicht wunderbar, was für einen Effekt einige aneinandergereihte gutturale und sonstige Laute haben, die man anderen menschlichen Wesen entgegenschleudern kann, und die darauf tatsächlich reagieren und ihrerseits ihre Stimmbänder bemühen? Spannend ist auch die Tatsache, dass man bei einem Engländer zum Beispiel mit denselben Laute eine andere Reaktion hervorrufen kann, wie zum Beispiel bei einem Tibetaner, der möglicherweise gar nicht reagiert?
Meine Augen weiten sich erwartungsvoll, neugierig, mit nicht wenig Stolz meiner sprachlichen Fähigkeiten wegen harre ich der Antwort. Immer noch stützt sie sich auf den Mop, blinzelt dann langsam ein, zweimal und - ja? ja? - meint dann "Eu não falo Inglês.", also "Ich spreche kein Englisch."...

Apropos "blaues Hotel" - ich wohne ziemlich nahe dem Zentrum, genauer quasi neben dem Praço Dom Pedro IV, oberhalb dem Bairro Baixo (Nieder), unter dem Bairro Alto (Hoch). Nein, wirklich??? *g* Ebenfalls unter der hübschen Burg, auf der ich das Glück hatte, einen sonnendurchgewalkten Tag im T-Shirt zu erleben. Wie man übrigens Touristen und Einheimische hier unterscheidet: Einheimische haben unter 20 Grad immer dicke Mäntel an, egal wie stark die Sonne scheint. Touristen sind die ob der wie weggeblasenen Nebeldepression permanent grinsenden Vehikel in kurzärmliger Kleidung. Doch zurück zu meinem Hotel. Blauer als ein Hochseeliner voll Schweden. Wenn Picassos blaue Phase irgendwo ihren Anfang nahm, dann hier. Oder besser gesagt: Ihr Ende, in einem rauhen Aufprall und einer heftigen Explosion (Knallblau sozusagen). Netter Nebeneffekt: Wer jemals durch eine dieser pinkrosa Brillen gucken durfte, weiss, dass die Welt danach sehr, sehr blau aussieht - wenn man aus dem Hotel hüpft, tritt genau der entgegengesetzte Effekt ein.

Freitag, 26. November 2004

Photoeintrag!

Neu: Fotos sind nun auf flickr zu finden:
Hier!

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Fotos von der ersten Unterkunft, dem Labor und dem Herd der neuen Unterkunft, inklusive Mathias.

Fotos von Gramada und Canela.

Fotos von den Foz do Iguacu von der Brasilianischen Seite aus.
(Bitte begebt euch in die Nähe eines Klos - es sind etwa 40 Bilder von Wasserfällen)

Fotos von den Fällen von der Argentinischen Seite aus.
(NOCH mehr Wasserfälle & Regenbogen - denkt euch einfach ein Ohrenbetäubendes *BRRRROOOOOOMMMM* hinzu. Von Wasserfällen kann ich seit dem Sommer photographisch nicht genug kriegen.)

Fotos vom IPCT & dem Museu de Ciências e Technologia (Ein Museum voller Knöpfe und Hebel, ein Maxi-Technorama - für die ganz grossen Kinder :) )

Ein paar Fotos von Santis Party, an der ich leider krank war - und auch so aussehe! ;)

Meine Portugiesischklasse.

Ein Ausflug in den riiiesigen Botanischen Garten. Beeindruckend.

Das Getränk Brasiliens: Cachaça! (2 Riesenbecher für je 6 Reais - ich zehre heute noch davon... ;) )

Bierbrauerei mit Geschmack: DaDo Bier.

Der grosse Ausflug zum Canyon, der schliesslich im Nebel endete, dann eine der grösseren Vergehen, die man kulinarisch begehen kann: Käse-, Fleisch- & Schokoladefondue!

Torres, der beste Strand von Rio Grande Do Sul. (Inklusive UFO-Fotos und Lehrbildern, die aufzeigen, wieso man nicht schon Mittags mit Caipirinhatrinken beginnen sollte)

Einige Verschiedene: Essen im Shopping Center mit Madruga, Mascha (from Rascha, nein, der Ukraine), und Felipe. Dann Jurastudis, die erst dachten, ich sei der zweite Fotograph. Schliesslich ein paar Fotos von vor und nach dem Pagode-Tanzausflug (7 Stunden Hopsen :) ).

Das grohohossartige Talent"festival".

Wie eine Chimarrão Session (Teetrinken) aussehen könnte.

In der Nacht vor der Abfahrt nach Montevideo feiern wir Anas Geburtstag. Juhu! :)

Die Reise nach Montevideo, Montevideo selbst, und die Reise zurück nach Porto Alegre.

Der Park Farroupilha, seine Fussballspieler und Süssigkeitenverkäufer.

Cristinas Abschiedsparty!

Neu ab hier...

Churrasco bei Alex, inklusive Spätfolgen (Die Leiden der Mascha Z.)

Urbrasilianischer Sport: Capoeira mit Ana und Mascha

Ausflug nach Florianopolis

Bootsausflug auf der Lagune von Porto Alegre

Die Abschiedsparty von Ana *schnüüürf*

Panoramafotos von den obigen Orten! (Speziell vom Labor und meinem Haus - inkl. Bonus Wasserfall Poster :) )

Und unter Verschiedene habe ich die restlichen Fotos eingefügt...

Dieser Eintrag wird ganz oben bestehen bleiben, damit die Fotos immer anguckbereit sind.

Zusätzlich zu meinen Einträgen könnt ihr auch Jiris Fotos angucken. (Auf Tschechisch, aber ich hoffe, einigermassen verständlich)

Demnächst folgen auch noch Filme...

Vielen herzlichen Dank erst mal an meinen Vater, der mir die Webseiten gebastelt hat! :)

Sonntag, 21. November 2004

Unabwendbar...

Geht an alle, die das unerklärliche Bedürfnis verspüren, mich am Flughafen abzuholen und danach noch einen Cachaça zu probieren. Ich komme am 20. November, um 19:20 an, mit dem Swiss (falls sie bis dahin noch existiert ;) ) Flug LX1623 von Milano.
Ich erwarte mindestens ein Jodelchörli und en Schnäfel Chääs! :)

Unser Erkennungszeichen (nötig, sehe nach Amazonas dank Mücken vermutlich aus wie ein roter Michelin Man) soll ein nach oben gereckter Daumen und ein gesprochenes "Todo bom?" ("Tuuduuu boong?", wobei man das "g" am Schluss brutal erwürgt und was davon übrig bleibt, in die Nase verfrachtet)

Und:
Bin gerade in Brasília - kann mir mal jemand erklären, wieso hier die Uhren von Fortaleza her kommend um eine Stunde nach vorn verschoben werden. Meine Gehirnwindungen mögen sich nicht um diese Tatsache winden. Muss die Hauptstadt dem Rest des Landes partout (relativ gesehen), voraus sein?

Dienstag, 16. November 2004

Teure Sucht...

Hallo Leute,

Kann leider momentan weder neue Einträge machen, noch Mails gross beantworten, da hier auf der Lodge das Internet 6 R$ pro 5 Minuten kostet (Iiiiiek!)...

(Bin aber in einer Woche zu Hause wieder online)

Montag, 8. November 2004

Fortaleza

Der Flug nach Fortaleza dauert schlappe 2 Stunden - und fliegt, im Gegensatz zu den bisherigen Flügen, tatsächlich direkt und ohne Firlefanz zu unserem Ziel: Fortaleza!

Auf dem Flug verschlinge ich eines der vielen, auf dem exzellenten Flughafenbuchladen eingekauften Bücher ("The 39 Steps" von Buchan), und wundere mich nebenher über zwei Konstanten im Brasilianischen Flugverkehr:
A) Die TAM Flugzeuge sind viel moderner als die der Varig (Leiser, bequemer, ...)
B) Die Varig Stewardessen sind schöner, und das Varig Essen ist besser als bei der TAM
Dies nur als Einkaufsführer für den reisebewussten Mann. ;)

Vor dem Anflug zeichnet unser (altes) Flugzeug (mit den schönen Stewardessen) eine lange Kurve über der Stadt und entblösst das Ergebnis einer etwa 30 Jahre zurückliegenden, schweren Kollision zwischen Tourismus und kleinen Dörfern, die zufällig an wunderschönen Stränden liegen: Kurz hinter den Stränden zanken sich Hochhaus um Hochhaus um die Gunst von tausenden Strandsüchtigen. Dahinter liegen Restaurants und das Nachtleben wartet geduldig darauf, wachgeküsst zu werden. Ich als doppelmoraliger Tourist, der den geballten Tourismus verabscheut, nenne die Stadt kurzerhand "Feialeza" ("Hässlicheza"), und schaudere leicht, als mir klar wird, hier mehrere Tage verbringen zu müssen...
[Meldung aus der Zukunft: Aber es kommt alles weniger schlimm als gedacht]

Unser Ziel liegt räumlich fernab der Hochhäuser, beim Betreten könnte man meinen, dass das auch zeitlich zuträfe. In der Reception setze ich mich auf das altmodische Ledersofa, das mich sogleich in die Arme nimmt, anscheinend in der Absicht, mich länger nicht loslassen zu wollen. Der Geruch von altem Papier hängt schwer in der Luft. Die Wände voll von Bildern: Alte Schriften, Lincolns Rede ("Four Score and ..."), hinter mir ein Ausschnitt aus der Bibel. Wäre es Nacht, so würde sich ein mich beiläufig beobachtender Passant in einem Gemälde von Hopper wähnen.
Das Bild wird schliesslich von "Herrn Bellardo" (O-Ton Paps) komplettiert, ein langsam zum Schreibtisch wackelnden, und sich schliesslich mit einem leisen Ächzen in den Sessel (ver-)senkenden älteren Herrn, der uns auf Deutsch anredet, ab und zu aber ein Französisches oder Englisches Wort einwirft. Seine Frau erklärt mir kurz danach, dass er Portugiesisch, Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, und Russisch fast fliessend beherrscht. выразительный! :) (Mascha fram Rascha möge mich korrigieren)
Ebenfalls unser Zimmer. Langsam setze ich mich auf mein knirschendes Bett, beäuge die alte Klimaanlage, und entdecke, dass unser Fernseher, Brasilianisch undenkbar, nicht über Kabelanschluss verfügt. Ein Durchzappen eröffnet mir, dass von den 7 Sendern, die erreichbar sind, einer von Unfällen handelt, zwei von Soaps verseucht sind, drei weitere Aerobic- und Modesendungen ("Ich bin hässlich, TV Moda macht mich blen-dend schön!") zeigen, und einer dem schon erwähnten "1 dicker Showmaster, 20 linde Frauen im Hintergrund"-Ideal nacheifert. Später entdecke ich dann noch das absolute Fernsehjuwel: Ein Moderator, der sich vor der Kamera durch "Isto é Gente", einer Prominentenzeitschrift durchblättert - mit durchwegs trockenen, daher für mich umso amüsanteren Kommentaren! :)

Als Touristenstadt behandelt Fortaleza - und alle Bewohner, dazu später - das Thema "Sicherheit" bevorzugt. Schon der Hotelbesitzer warnt uns vor, im Falle eines Überfalles immer schon bereits gefaltete 20 bis 50 Reais dabeizuhaben, die wir dann ohne zu zögern dem verblüfften Dieb überreichen können. Im Hotelzimmer dann ein kleines Heftchen von der "Polizei Spezialeinheit Tourismus", die uns einige Verhaltensregeln vorschlägt, die helfen sollen, überfallsfrei zu bleiben. Merkwürdigerweise ist das Ding nicht im nüchternen Ton verfasst (z.B: im Umgang mit Schlafdrogen in Drinks: "You Snooze, You Lose!"), sondern leuchtend BUNT! und mit lachenden Smileys gefüllt, was mich leicht an die Stelle in Fight Club erinnert, wo die Flugzeugpassagiere mit der Glücksseligkeit von Hindu-Kühen ihrem sicheren Untergang entgegenblicken.


Mit einem mulmigen Gefühl betreten wir die Strassen von Fortaleza, merken dann aber, dass es sich hier nächtlich wunderbar wandeln lässt...

Samstag, 6. November 2004

Even MORE Kirchen und Bettler

(aber davon soll nichts geschrieben werden)

Vielmehr: Kennt ihr die Bauchsäcke, die man sich als Mann umbinden kann, um mit seiner Frau (Freundin, Konkubine usw.) bei der Schwangerschaft mitfiebern zu können? Seit heute Morgen verfüge ich über eine mit ähnlichem Hintergrund gestaltete Brille, mit dem Unterschied, dass sie den grauen oder grünen Star simuliert. Mein Paps hat leider die Brille genau so fallen gelassen, dass beide Gläser mit einem (in meinem Kopf dumpf widerhallenden) STOINK gleichzeitig auf dem harten Boden aufprallten, und je ein Stück davon absplitterte.
Nojo...

(Später mehr, as is the custom)